Immobiliensektor

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Immobiliensektor; Parzellen und (Gem)einheiten

Inhaltsverzeichnis


Grundstücksvermesser - Sam

Ein Freund und ich sahen eine Anzeige für einen Job für zehn Dollar die Stunde. Die Anzeige sagte etwas über Karten erstellen, aber keine Einzelheiten. Also gingen wir uns das etwas näher ansehen. Die Adresse war im neunzehnten Stock eines luxuriösen Bürogebäudes in New York. Es stellte sich heraus, daß eine Frau, der irgendeine Abteilung dieses riesigen Konglomerates unterstand, Leute anstellte, um von allen im Erdgeschoß liegenden Einzelhandelsgeschäften in New York City Pläne anzufertigen, und zwar von allen Straßen auf Manhattan und teilweise in den anderen Stadtteilen. Das machen alle Immobilienfirmen. Ich weiß nicht genau, für was sie diese Karten brauchen, außer für eine Art Demographie, welche Gegenden der Stadt welche Art von Läden aufweisen. Der Job war ziemlich cool - wir mußten die Straßen auf und ab laufen. Wir zeichneten nur ein grobes Diagramm, wo der Laden war und in welcher Höhe er über der Straße lag, und das war es. Es war ein ziemlich leichter Job, obwohl er eine Menge Zeit in Anspruch nahm. Gelegentlich meinte ein reizbarer Eigentümer in Manhattan, wir sollten aus seinem Gebäude verschwinden, aber das war nicht anders zu erwarten.

Einige Wochen nachdem wir den Job bekommen hatten, merkten wir, daß es wirklich blöd ist, für eine große Immobilienfirma zu arbeiten. Besonders in New York City läuft bei den Immobilienfirmen ein Haufen Schweinereien ab, wie etwa, daß sie Leute aus ihren Wohnungen schmeißen und bezahlbaren Wohnraum vernichten. Dies war eine der Firmen, die so etwas machten. Sie hatten eine Menge Bürogebäude an Stellen, wo einmal Wohnhäuser gestanden hatten. Zur selben Zeit fanden wir heraus, daß niemand in der Firma die Gegend abging, um die Informationen zu überprüfen, die wir auf den Karten einzeichneten, und so dachten wir, es würde kein Problem sein, sie zu fälschen.

Zuerst saßen wir in einer Kneipe und zeichneten die Karten; dann merkten wir, daß wir das zuhause tun konnten, vorm Fernseher. Jeden Morgen gingen wir ins Büro, dann gingen wir zu mir nach Hause und relaxten. Am Ende der Woche lieferten wir die Karten ab. Nach einer Weile hörte mein Partner ganz auf zu arbeiten und kassierte nur noch. Er erzählte seinem Boß, er arbeite an einem besonders schwierigen Teil der Stadt, mit einer Menge Läden. Irgendwann kündigte ich, was sich im Nachhinein als dumm herausstellte, denn ich hätte noch eine ganze Weile so weitermachen können. Ich hätte einen Haufen Geld verdient. Mein Freund ließ sich weiter bezahlen, ohne zu arbeiten, einfach um zu sehen, wie lange das gehen würde. Er machte das noch eineinhalb Monate.


Wohnungsverwalter- Kent

Ich finde viele Aspekte an meinem Job gut, und eines der wichtigsten Dinge ist, daß mein Boß mir nicht jede Minute über die Schulter guckt. Das ist selten bei einem Job. Dieses Gebäude ist mein eigenes Königreich von vierzig Wohneinheiten. Auch wenn es nicht mein Haus ist und mir die Miete nicht gehört, die ich einsammle, so hat mir doch der Eigentümer seine Autorität übertragen, und so gehe ich auch mit dem Job um - als ob es mein Haus wäre. Ich kümmere mich korrekt um alles, und der Eigentümer verschwendet mit Inspektionen nur seine Zeit. Unsere Basis ist, daß er sich nicht drum kümmert, solange die Miete pünktlich bei ihm eingeht und die Wohnungen sich gut vermieten. Der Eigentümer gab mir die Anweisung, daß alle Bewerber ein Einkommen haben müssen, das mindestens dreimal so hoch wie ihre Miete ist, daß ich die Kreditwürdigkeit der BewerberInnen prüfen und meine Entscheidung davon abhängig machen müsse. Ich darf an niemanden vermieten, der vorher von einem anderen Verwalter rausgeschmissen wurde oder vorher schon einmal hier wohnte. Normalerweise schmeiße ich diese Anweisungen einfach aus dem Fenster. Ich vermiete die Apartments an Leute, wie es mir gefällt. Der ganze Bewerbungsprozeß ist nur pro forma. Durch die Bewerbungsprozedur kann ich die Leute gut einschätzen, aber mit meiner Entscheidung haben die Zahlen auf dem Papier und die Kreditwürdigkeitsprüfung absolut nichts zu tun. Der Eigentümer hat keine Ahnung davon, denn egal, wie ich das mache, es funktioniert.

Die Miete ist fällig zum Ersten des Monats, und dann gibt es fünf Tage Kulanzfrist; wenn ich die Miete nicht bis zum Abend des fünften Tages bekommen habe, müßte ich eine Säumnisgebühr von ihnen verlangen. Eine der Sachen, die meine Mieter gut finden, ist, daß ich verspätete Zahlungen als rechtzeitig geleistet betrachte, solange ich die Mieten nicht beim Eigentümer abgeliefert habe. Der Grund für die Säumnisgebühr ist, daß verspätete Zahlungen uns Probleme machen. Aber wenn sie später bezahlen und ich die übrigen Mieten noch nicht beim Eigentümer abgeliefert habe, haben sie überhaupt keine Probleme verursacht, und ich verlange die Gebühr von 70 Dollar nicht. Ich habe ihnen einen Haufen Geld gespart, indem ich mich nicht stur gestellt habe. Wenn jemand auszieht, teilen sich der Eigentümer und die ausscheidenden MieterInnen die Kosten für Reparaturen, Reinigung und anderes Zeugs, das gemacht werden muß. Das läuft anders als in anderen Häusern, wo die Verwalter jeden Trick aus dem Vertrag nutzen, um maximale Abzüge machen zu können. Es hängt davon ab, was ich reinnehme. Verdammt viele Verwalter treffen extrem einseitige Entscheidungen zugunsten des Eigentümers. Ich fülle die Formulare sehr sorgfältig aus. Wenn jedes Detail aufgelistet ist, fällt es dem Eigentümer schwer, sich vorzustellen, daß ich etwas ausgelassen haben könnte.

Mir mißfällt hier immer noch einiges, aber wenn ich an meinem Job gar keinen Spaß hätte, würde ich ihn nicht machen. Ich denke, daß Jobs ohne größere Technologie, die mit Menschen zu tun haben, besonders in dem Bereich ihres Lebens, der mit ihrer Wohnung zu tun hat, stark unterbewertet werden. Müllmänner und Babysitter haben den niedrigsten Status, aber wenn man darüber nachdenkt, liefern sie die lebenswichtigsten Dienste. Ich denke, das Leben der Menschen in ihren Wohnungen ist sehr wichtig.

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